Berkenhorst Blanche mit Fohlen
Melissa Mol übergab letzte Woche den Staffelstab der Rubrik ‘Die Stammmutter’ an Alfred Askes vom Gestüt De Wheemhoeve. Askes beantwortet fünf Fragen zur Welsh-Sektion-B-Stammmutter Berkenhorst Blanche. “Mit ihr und ihrem Nachkommen (vor allem über ihre Tochter Wheemhoeve’s Marissa) hat mein Vater Jans Askes gemeinsam mit uns den wichtigsten Teil der Wheemhoeve-Zucht aufgebaut”, so Alfred Askes.
CV

Name: Berkenhorst Blanche
Walisische Sektion: B
Farbe: Palomino
Geburtsdatum: 5. Mai 1988
Vater: Woldbergs Bart
Mutter: Beatrix von IJsselvliedt
Vater mütterlicherseits: Tethworth Icarus
Prädikate: Elite, Kroon
Fünf Fragen zu Berkenhorst Blanche
1 Was sind ihre wichtigsten Errungenschaften?
- 1990 Jugendmeister von Stadskanaal
- 1993 Meister von Stadskanaal
- 1994 Meister von Stadskanaal
- 1997 Vizemeister Stadskanaal
- 1999 Vizemeister Ommen
2 Wie und wann ist sie zu euch gekommen?
Alfred: “Mein Vater Jans Askes kaufte sie als Jährling auf der Auktion in Hengelo. Er ist verrückt nach Palominos; schön gelb mit schneeweißer Mähne. Zuvor hatte er bereits versucht, ihre Mutter IJsselvliedt’s Beatrix zu kaufen, aber die war uns zu teuer. Blanches Züchter verkaufte auf dieser Körung alles, was er hatte, an die Familie Postma. Mein Vater fragte, ob er Blanche übernehmen dürfe, aber zunächst war das nicht möglich. Postma wollte sie für die Nachkommenskörung von Woldberg’s Bart selbst behalten. Mein Vater versprach ihm, die Stute für diese Körung vorzubereiten und sie in makellosem Zustand vorzustellen. Dann konnte er sie übernehmen. Mit dieser Stute haben wir eine Zuchtlinie aufgebaut, und sie und ihre Nachkommen haben uns einen Schrank voller Pokale beschert.”
3 Kannst du kurz etwas über einige Ponys aus dieser Stutenlinie erzählen?

Alfred: “Blanche brachte zwischen 1991 und 2010 selbst siebzehn Fohlen zur Welt. Danach kam sie zu einem kleinen Mädchen, wo sie als Reit- und Kuschelpony diente. Sie ist die Mutter der Stammbuchhengste Wheemhoeve’s Robbin und Wheemhoeve’s Icarus. Wheemhoeve’s Marissa war für uns vielleicht die wertvollste Stute überhaupt. Sie musste leider letztes Jahr im Alter von 22 Jahren eingeschläfert werden. Marissa wurde mehrfach Champion und errang unter anderem 2004 in Stadskanaal den Titel der Reserve-Tageschampionin. Sie ist eine Tochter von ’t Hogeland’s Ferdinand und brachte uns die drei Zuchtbuchhengste Wheemhoeve’s Nijinski, Zifron und Marko zur Welt. Darüber hinaus bestanden drei weitere Söhne die zweite Begutachtung. Auch die Stammbuchhengste ”Wheemhoeve’s Gamekeeper“ und „Stella Calvin“ (beide von Marko) gehen auf „Berkenhorst Blanche“ zurück. Sie ist vor allem eine Hengstmutter mit vierzehn Söhnen und drei Töchtern. Mittlerweile haben wir auch wieder eine neue Blanche, die über ihre Vaterlinie auf Berkenhorst Blanche zurückgeht. Das ist die mittlerweile siebenjährige Keur-Stute Wheemhoeve’s Blanch, eine Tochter von Marko aus einer Ster-Tochter von Eyarth Tacoma. Auch sie ist so wunderschön gelb mit weißer Mähne. Kürzlich kam ihr viertes Fohlen zur Welt: Wheemhoeve’s Cliffhanger, ein Sohn von Woldberg’s Rossini. Berkenhorst Blanche und ihre Tochter Marissa sind für unsere Welsh-Zucht sehr wichtig, nicht nur wegen der schönen Körungsergebnisse, die wir mit ihnen und ihren Nachkommen bereits erzielt haben, sondern vor allem, weil sie so tolle Kinder- und Sportponys sind.“

4 Mit welchen Hengsten passt sie gut zusammen? Und warum?
Alfred: “Von Blanche kam immer ein gutes Pferd. Auf sie konnte man sozusagen einen Esel setzen. Bei der Körung wurde uns zwar oft gesagt, sie könnte mehr Breite und Tiefe haben. Aber ihre reittypischen Eigenschaften und ihr Charakter waren uns immer wichtiger als diese fünfminütige Körung. Blanche hatte einen goldenen Charakter, und dafür sind die Wheemhoeve-Ponys ja auch bekannt. Dass man Kinder mit gutem Gewissen darauf reiten lassen kann, das ist das Wichtigste.”
5 Was macht Berkenhorst Blanche so besonders?
Alfred: “Alles, was man mit Blanche gemacht hat, war eine glatte 10. Sie war schön, hatte einen super lieben Charakter und war winterhart. Wirklich alles an ihr war etwas Besonderes. Als sie 20 war und nicht mehr trächtig werden wollte, kam sie zu einem kleinen Mädchen als Reit- und Kuschelpony. Auch Marissa war so ein Pony. Eigentlich wie alle Wheemhoeve-Ponys: immer lieb und gutmütig. Mein Vater spannte sie vor den Wagen und fuhr damit zum Nikolausfest. Die Ponys, die hier gezüchtet werden, sind im Sport immer sehr beliebt.”
Name: Alfred Askes (52)
Name des Stalls: Die Wheemhoeve
Anzahl der Jahre in denen Welsh-Ponys gezüchtet wurden: “Seit 1972, also seit 48 Jahren.”
Betreiben Sie die Zucht unter diesem Stallnamen gemeinsam? Mit wem?: “Mein Vater Jans Askes hat damit angefangen, und ich bin schon von klein auf dabei. Es ist eine echte Familienangelegenheit. Mein Sohn Jorn bringt die Ponys jetzt zu den Prüfungen. Mein Bruder Bert züchtet ebenfalls mit einer Stute. Außerdem kamen immer Mädchen vorbei, um die Ponys zu reiten und zu knuddeln und manchmal auch, um bei den Körungen zu helfen. Hedwig van der Spoel war ein Mädchen aus der Nachbarschaft, das schon von klein auf hierherkam. Sie war meine rechte Hand im Stall und half immer bei den Körungen. Mittlerweile ist sie selbst Mutter, aber bei der Hengstprüfung ist sie immer dabei und springt auch immer ein, wenn ich sie um Hilfe bitte. Was uns bei diesem Hobby am wichtigsten ist, ist die Freundschaft. Kein Gejammer und keine Eifersucht, sondern gemeinsam die Welshponys genießen.”
Relais
Welchem Züchter möchten Sie nun das Wort über seinen walisischen Stammvater erteilen?
Alfred Askes: “Fré Kuper vom Stall Cordial. Zusammen mit seiner Familie züchtet er Welsh-Pony der Sektion A unter dem Stallnamen ‘Cordial’. Das sind sehr gute Ponys, über die man eigentlich viel zu wenig liest.”