Mein Weg zur Hengstprüfung… Teil 1

10. Februar 2020
Jaimy-Fohlen

Jaimy-Fohlen

Im Oktober habe ich beschlossen, meinen Weg zur Hengstprüfung aufzuschreiben.
In meiner Blog-Reihe nehme ich euch mit in eine für mich fremde Welt: die NWPCS-Hengstkörung! Denn als Sportler und Hobbyzüchter hat man dort doch nichts zu suchen – das war zumindest immer meine
Gedankengang. Aber ich hoffe, dass ich euch davon überzeugen kann, es trotzdem auch einmal zu versuchen! Denn es kostet euch zwar ein paar Jahre eures Lebens, aber was für eine tolle Erfahrung ist das doch! Natürlich teile ich auch die Tipps, die ich bekommen habe! Ich denke, jeder kennt den Ausgang unseres Abenteuers. Und wenn nicht, kommt das von selbst ans Licht – vielleicht ist das sogar noch spannender!

Auf Lager gekauft

Im Rahmen der Rubrik „Ein kurzes Gespräch mit …“ habe ich bereits mit vielen verschiedenen Züchtern sprechen dürfen. Und sehr viele von ihnen erzählten mir, dass die meisten schon bei der Hengstauswahl wussten, ob ein Pony für die Hengstprüfung in Frage kommen würde. Bei uns lief das doch wirklich etwas anders!
Wir haben Elcon Polly Pocket trächtig bei Jos und Jet Snijders gekauft. Sie war von Penboeth Axle trächtig, also kein Zuchtbuchhengst und mir daher noch völlig unbekannt! Nicht, weil Penboeth Axle ein unbekannter Hengst war, sondern vor allem, weil ich kaum Ahnung von Blutlinien hatte.
Natürlich habe ich mir Fotos von Axle angesehen, und er hat mir wirklich sehr gut gefallen!

Dann war es soweit: Polly sollte am 26. April, meinem Geburtstag, zur Welt kommen, und da war ein umwerfend schönes Palomino-Hengstfohlen mit vier hohen weißen Beinen und einer Blesse. Zuerst habe ich geweint, denn ich wollte natürlich lieber ein Stutfohlen. Und ein bisschen verrückt, sagte ich noch, dann muss es ja ein gekörter Hengst werden!

2. Preis für Fohlen

Natürlich war ich unglaublich stolz auf Jaimy, mein erstes Fohlen mit meinem Stallnamen im Namen, und habe ihn daher voller Begeisterung für die regionale Körung in Tolbert angemeldet. Ich bekam oft Komplimente für ihn, und da er sehr viel Rassetyp hat, hoffte ich, dass er dadurch besonders auffallen würde. Aber leider war das Gegenteil der Fall. Jaimy erhielt eine 2. Prämie, und leider fiel das Feedback nicht besonders positiv aus.

Und was macht man dann mit einem Fohlen, das den 2. Preis gewonnen hat? Im Prinzip sagt dir eine Jury damit, dass es für eine Körung nicht aufzuchtwürdig ist. Aber ich war total verrückt nach diesem Pony! Dann behalten wir ihn eben und lassen ihn kastrieren, wenn er zwei Jahre alt ist.
Jaimy wuchs mit einem großen Fanclub auf! Viele Leute waren von ihm begeistert. Jaimy war immer mein Vorbild, deshalb habe ich oft Fotos von ihm gepostet, und immer mehr Leute haben sich in ihn verliebt! Wenn ich zurückblicke, hatte er zwar viele Phasen, in denen er nicht besonders gut aussah, aber in meinen Augen war er schon immer etwas Besonderes.

Hier 6 Monate alt

Kastrieren oder doch lieber nicht?

Normalerweise kastrieren wir die Hengste im Alter von 1,5 Jahren, aber in diesem Alter war ich mir noch unsicher, da ich ihm natürlich auch noch ein weiteres Jahr Zeit geben konnte. Letztendlich habe ich ihn nicht kastrieren lassen und die Situation erst einmal abgewartet.

Im September haben wir beschlossen, ihn von der Hengstweide zu holen, um zu sehen, wie er im Umgang ist und ob er sich gut weiterentwickelt. Zu Hause angekommen, war er noch genauso lieb und umgänglich wie schon als Fohlen. Und obwohl er noch sehr jung war, sah ich doch Potenzial in ihm, und kastrieren kann man ihn ja immer noch. Dann traf ich zufällig Davy Wormgoor bei einer Auktion unseres Fohlens und habe mich getraut, ihn um Rat zu fragen und ihn gleich gefragt, ob er ihn denn vorführen wolle! Und so begann unser Abenteuer! Falls du neugierig bist, wie es weitergeht, kannst du das nächste Woche in Teil 2 nachlesen!

Er ist erst ein Jahr alt und hat schon eine ganz lange, dichte Mähne!
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